UUPC/Extended lebt von der Konfiguration. Auf diesen Seiten werden die Grundzüge einer Basisinstallation umrissen. Danach sollte es möglich sein, EMail und News nutzen zu können. Speziellere Konfigurationen werden auf weiteren dargestellt.
Im wesentlichen besteht UUPC/Extended aus Transport- und Administrationsprogramme (u.a. UUCICO.EXE, UUSTAT.EXE, UUXQT.EXE), Hilfsprogramme, die z.B. von den Mailern und Newsreadern zur Weiterverarbeitung von abgeschickten Mails und News aufgerufen werden (RMAIL, RNEWS), und Dateien, die die Konfiguration und Zugriffsrechte bestimmen (u.a. UUPC.RC, PERMISSN, SYSTEMS, PASSWD). Die Dateinamen und Syntax der Konfigurationsdateien folgen weitgehend den Vorbildern aus dem UNIX-Bereich.
Zunächst muß der lokale Rechner einen Namen haben. Dieser entspricht dem Namen, der im Siteantrag beim Mail- und Newsserver angegeben wurde. Und es muß mindestens ein Benutzer auf dem Rechner definiert sein.
Aus dem Rechnernamen, der maximal acht Zeichen lang sein sollte, und dem Domainnamen desjenigen Rechners, mit dem man seine Daten austauscht, ergibt sich eine einzigartige Adresse des eigenen Rechners. Alle Benutzer können unter dieser Rechneradresse ihre Mails und News empfangen und verschicken. Diese Adresse wird noch mit den Usernamen der verschiedenen Benutzer ergänzt, die auf diese Weise eine weltweit eindeutige Netzwerkadresse besitzen. Ein Beispiel erklärt das vielleicht etwas besser:
Wenn der Domainname des Versorgungsrechners 'toppoint.de' ist, und meine site 'wild-ki' heißen soll, dann ist die Adresse 'wild-ki.toppoint.de'. Einen Benutzer auf diesem Rechner kann man mit der Adressierung user@wild-ki.toppoint.de erreichen.
Ein Benutzer muß allerdings als Hauptbenutzer in der CONFIG.SYS von OS/2 angegeben sein (die Angabe von UUPCUSR.RC verweist auf die USER.RC des Hauptbenutzers).
Sind die notwendigen Voraussetzungen erfüllt, d.h. man hat einen Namen für den eigenen Rechner, die Telefonnummer des Versorgungs-Rechners, mit dem man seine Mails und News austauscht und einen Account mit Passwort auf dem Versorgungsrechner, kann die Konfiguration von UUPC/Extended beginnen.
Die Konfiguration kann man mit einem Editor wie E.EXE oder EPM.EXE vornehmen. In allen Dateien, die editiert werden müssen, werden nur Zeilen ausgewertet, die nicht mit '#' anfangen. Kommentare kann man jederzeit mit einem vorangesetzten '#' einfügen.
Dateien, die unbedingt editiert werden müssen:
* [USER].RC enthält benutzerbezogene Einstellungen.
* PERMISSN enthält die Systeme, zu denen Verbindungen hergestellt werden können und deren Rechte.
* PASSWD definiert Benutzer auf dem lokalen Rechner.
* SYSTEMS definiert, wann und wie Verbindungen zu Systemen aufgebaut werden.
* [USER].sig ist die Signatur des Benutzers, die jeder Mail und jedem Newsposting des Benutzers angefügt wird.
* CONFIG.SYS
und die Modemsteuerdatei mit der Endung *.MDM.
In der UUPC.RC stehen allgemeine, systemweit gültige Angaben und Voreinstellungen zum lokalen System, die durch die USER.RC's z.T. überschrieben werden können.
Der Pfad zu UUPC.RC muß in der CONFIG.SYS mit
SET UUPCSYSRC=drive:\pfad\UUPC.RC
angegeben werden. Die wichtigsten Einstellungen sind:
------------------------------------------------- NodeName= # Unter NodeName muß der Name der Site stehen Domain= # Der Eintrag hat das Format: Sitename.domain postmaster=postmast mailserv= # der Name des Versorgungsrechners (Weitere # Rechner,zu denen Verbindungen hergestellt werden sollen, können # in den Konfigurationsdateien angegeben werden). Confdir= #Laufwerk und Verzeichnis, in dem UUPC.RC, PASSWD, PERMISSN und UUPC Executables stehen Maildir= #[confdir]\mail Newsdir= #[confdir]\news spooldir= #[confdir]\spool Tempdir= #[confdir]\temp Mailext=SPB Archivedir= #[confdir]\archive Inmodem= #Modemsteuerdatei *.mdm, z.B. zyxev32b options=multitask #hier können weitere Optionen folgen ----------------------------------------------------------------------Angaben in der UUPC.RC
Ein Wort zu den Optionen:
Die Optionen sind 'boolean options', wahr oder falsch. Verneint wird eine Option mit vorangestelltem 'no', 'syslog' aktiviert demnach das Anlegen einer Log-Datei, 'nosyslog' legt keine Log-Datei an. Wird eine Option gar nicht angegeben, gilt die Standardeinstellung. In FILES.PRN findet sich eine ausführliche Beschreibung aller Optionen und ihrer Standardeinstellungen.
Unter OS/2 empfiehlt sich auf jeden Fall, 'options=multitask' anzufügen. Mit dieser gesetzten Option wird UUPC/Extended für den Betrieb in einem Multitaskingsystem wie OS/2 optimiert. Das heißt, einerseits wird die Arbeitsgeschwindigkeit erhöht, zum anderen wird sichergestellt, daß nicht mehrere Kopien gestartet werden, die sich gegenseitig in die Quere kommen würden.
Die [USER].RC
Für jeden Benutzer, der von diesem Rechner News und Mail verschicken und empfangen will oder muß, muß eine eigene Ressource-Datei, *.RC, angelegt werden.
Der erste Benutzer wird in der CONFIG.SYS mit
SET UUPCUSRRC=Laufwerk:\Pfad\Username.RC
angegeben.
Zwischen den Benutzern wechselt man mit
SU.CMD
konkret:
su pewart mailschaltet auf den Benutzer 'Pewart' um und ruft das Programm MAIL.EXE auf. Nach Beenden des Programms wird der Benutzer wieder auf den in der CONFIG.SYS eingetragenen Benutzer zurückgesetzt.
Folgende Angaben müssen in der [USER].RC vorhanden sein:
-------------------------------------------------------------------- Mailbox= # Name der Datei für ankommende Mails, z.B. kapeka, dann gehen alle # ankommenden Mails in die Datei kapeka.spb Name=Realname # der Benutzername ist beliebig, allerdings ist im # Usenet üblich, den richtigen Namen (Realnamen) mit anzugeben HOME=Laufwerk:\pfad\mail\name # gibt das Homeverzeichnis des Benutzers an. Dort werden Mails und # individuelle Verwaltungsdateien für diesen User gesichert. Signature=Laufwerk:\pfad\name.sig # die Signature ist die Unterschrift, dort können die Adresse, # EMail-Adresse und Telefonnummer stehen. Manche Benutzer schreiben auch # Sinniges und Unsinnges das ihnen wichtig genug erscheint dazu. Editor=Laufwerk:\pfad\editor %s # für Editor kann E.EXE, oder EPM.EXE eingesetzt werden. Allerdings # empfiehlt es sich, einen Textmode-Editor wie TEDIT.EXE oder Q.EXE # zu benutzen, die schneller sind, allein schon weil das relativ langsame # Umschalten auf die WPS entfällt. FileSent=Mailsent # beliebig, ist eine Angabe für das integrierte Mailprogramm -------------------------------------------------------------------Eintragungen in der [User].RC
Für das Programm MAIL, das in UUPC/EXTENDED mitgeliefert wird, sind noch weitere Angaben und Optionen möglich. Sie können alle in der Dokumentation nachgelesen werden. Und in den mitgelieferten Beispiel RC's werden sie fast alle erklärt. Wir empfehlen lieber gleich den ELM und gehen darum nicht weiter auf MAIL ein.
Ansonsten kann man mit den Angaben ruhig ein bißchen experimentieren. Damit mit man bei Problemen schnell wieder den ursprünglichen Zstand wiederherstellen kann, sollte Konfigurationsdateien jede Zeile gesichert werden. Setzt man ein '#' vor die alte Zeile, wird sie nicht mehr ausgewertet. Zusätzlich lassen sich Kommentare einfügen, wenn die Zeilen mit '#' beginnen.
Wenn die oben genannten Einträge vorgenommen, und sonst die Standardeinstellungen für Optionen belassen wurden, sollte es aber erst einmal laufen.
Wer nur bei einem Versorgungsrechner pollt, braucht nur eine Zeile einzutragen:
MACHINE=[Systemname]Die Angabe für MACHINE muß mit der Angabe für 'Mailserver' in UUPC.RC identisch sein.
Zwischen der Option (z.B. MACHINE) und dem Wert (z.b. dem Systemnamen) darf nur ein '=' Symbol stehen, Leerzeichen sind hier nicht erlaubt. Mehrere Werte für Optionen werden durch ':' getrennt. Jeder Systemeintrag soll in einer neuen Zeile stehen. Eine Zeile kann aber auch mit einem Backslash '\' enden. Dann wird der Eintrag für dieses System in der nächsten Zeile fortgesetzt.
Für einfaches Pollen bei einem Server reicht eine Zeile.
--------------------------------------------------------------------- [System] any zyxev32b 19200 Telefonnr g "" "" ogin:-\p-ogin:-\p-ogin: / wild-ki "" "" word:-\p-word:-\p-word: passwort ---------------------------------------------------------------------Eine einfache SYSTEMS-Datei für einen Versorgungsrechner (/ zeigt, daß die Zeile noch nicht zuende ist) Die Datei ist folgendermaßen aufgebaut:
Die weiteren Möglichkeiten Zeiten zu definieren, orientieren sich sehr
an den Tarifen des amerikanischen Telefonsystems:
* Evening nur von 17.00 bis 8.00 Uhr und an Wochenenden
* Wk nur an Wochentagen
* Mo, Tu, We, Th, Fr, Sa, Su Montag ... Sonntag rund um die Uhr.
* Night Montag bis Freitag 23.00 Uhr bis 6.00 Uhr, sonnabends 24
Stunden und Sonntag 0.00 Uhr bis 17.00 Uhr und ab 23.00 Uhr.
Für die Anpassung an die Tarife der Telekom sind Kombinationen möglich. Angaben wie:
* Mo0000-0600, Mo1800-2400, Tu0000-0600,Tu1800-2400...Su0000-2400
Das würde einen Anruf nur zu den günstigen Zeiten 18.00 Uhr bis 6.00 Uhr erlauben. Mit den Neuregelungen in der Tarifstruktur der Telekom für 1996 dürften auch in Deutschland ausgefeilte Angaben notwendig werden.
* Never pollt nie, dient aber dazu, einen Eintrag für anrufende Systeme zu erstellen.
Dabei ist unbedingt auf die Schreibweise der Keywords (Großschreibung der Anfangsbuchstaben) zu achten, ansonsten kann man in UUCICO.LOG eine Fehlermeldung wie die folgende finden:
--------------------------------------------------------------------- 06/20-16:10 checkone: keyword "never" not found ---------------------------------------------------------------------Fehlerhafte Zeitangabe in SYSTEMS
Soweit zu den möglichen Zeitangaben, weitere Angaben in SYSTEMS sind:
[site] connected with [System]. Die Daten werden nun zwischen PC und feed ausgetauscht.
Durch weitere Einträge in 'SYSTEMS' können weitere Systeme angerufen werden, die dann allerdings auch in den PERMISSN eingetragen sein müssen. Dieser Fall wird in einem besonderen Abschnitt besprochen.
Sollte ein System mehrere Ports haben, kann für jede Telefonnummer ein Eintrag in SYSTEMS gemacht werden. Alle Angabe bis auf die Telefonnummer bleiben gleich. UUCICO ruft dann die Einträge durch, wenn vorhergehende Versuche an den anderen Ports erfolglos waren. Sollte schon beim ersten Versuch ein Verbindung hergestellt werden, werden die übrigen Einträge für dieses System ignoriert. Und es ist möglich, bestimmte Systeme und bestimmte Ports nur nachts anzurufen, wenn etwa ein langsameres Modem an der Gegenseite ist, zu dem nur nachts eine Verbindung aufgebaut werden soll. In der ersten Zeile würde dann die Nummer mit einem schnellen Modem stehen und der Erlaubnis, zu jeder Zeit zu pollen; danach Ports mit langsamen Modems, die als Zeitangabe 'Night' bekommen. Wird UUCICO.EXE tagsüber aufgerufen, wird nur die erste Nummer angewählt.
Bleibt als Letztes vor der ersten Verbindung, das Transportmittel einzurichten. Normalerweise wird es ein Modem sein.
UUPC\EXTENDED enthält schon viele (fast) fertige Dateien, die das Device zur Außenwelt, das Modem, richtig initialisieren. Erkennbar sind die Modemdateien an der Endung MDM.
Meist ist am Namen erkennbar, für welches Modem-Fabrikat die Steuerdatei geschrieben wurde. Ansonsten können die mitgelieferten Steuerdateien in einen Editor geladen werden. Am Anfang einer Steuerdatei steht ein Kommentar, für welches Modem diese Datei gedacht ist.
Wer sein Modem nicht findet, paßt eine der Steuerdateien an. Aber auch wenn das Passende dabei ist, sollte man es sich nochmal ansehen und gegebenenfalls ändern.
Die Einstellungen werden wie folgt angegeben:
------------------------------------------------------------------------ Description= Kommentierte Datei mit Standardeinstellungen. # In den richtigen Steuerdateien wird hier das Modem beschrieben, für das # die Datei geschrieben wurde. Device=COM2 # [COM-Port an dem das Modem hängt] Inspeed=38400 # [Baudrate zwischen Rechner und Schnittstelle] options=nofixedspeed nodirect carrierdetect # nofixedspeed ist wichtig, wenn sich das Modem an das Modem auf der # Gegenseite mit der Geschwindigkeit anpassen soll. Mit V.34 Modems empfiehlt es # sich allerdings wieder fixedspeed zu wählen. Initialize="" "" "" \pATZ0 0K \p\c # Hier steht der Initialisierungsstring für das Modem. Das # Modemhandbuch sollte man zur Hand haben. Es empfiehlt sich, die # Fehlerkorrektur seitens des Modems auszuschalten, das erhöht # die Geschwindigkeit der Übertragung um ca. 10%. DialPrefix=ATDP # Es handelt sich um die Zeichenkette, mit dem das Modem zum Wählen # aufgefordert wird. In diesem Falle ist es Pulswahl. Wenn Tonwahl # zur Verfügung steht, ist ATDT die bessere Wahl. Hangup "" \pATZ4 "" \c\c OK # [normalerweise] Connect="CONNECT" NoConnect="NO DIALTONE" "BUSY" "NO CARRIER" "NO ANSWER" Answer=CONNECT ModemTimeout=3 DialTimeout=30 Scripttimeout=30 Answertimeout=30 ------------------------------------------------------------------------Muster einer Modem-Steuerdatei
Für ein V.34 Modem wie das TKR oder ELSA Microlink sieht so aus:
# *--------------------------------------------------------------------* # * TKR TriStar V.34 * # * ELSA Microlink (baugleich) * # *--------------------------------------------------------------------* Description=TKR TriStar V.34 modemDevice=COM2 # *--------------------------------------------------------------------* # * You need 16450 FIFO * # *--------------------------------------------------------------------* Inspeed=57600 options=fixedspeed nodirect carrierdetect
#Factory Settings, S31=128 -> wait one minute before redial Initialize="" "" "" AT&FS31=128 ODialPbernommene oder modifizierte Steuerdatei muß in der UUPC.RC mit dem Keyword 'Inmodem' angegeben und in SYSTEMS als dritter Eintrag aufgenommen werden. Wer also beispielsweise ein Zyxel-Modem hat, die mitgelieferte Steuerdatei heißt ZYXEV32b.MDM, muß in UUPC.RC 'Inmodem=zyxev32b' eintragen. Der Eintrag in SYSTEMS wäre entsprechend:
'[System] any zyxev32b ...'Die Steuerdatei kann einen beliebigen Namen haben, solange die Verweise in UUPC.RC und SYSTEMS auf diese Datei zeigen.
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