Jeder gängige Drucker kann mit geringem Arbeitsaufwand und frei verfügbarer Software zu einem Postscriptdrucker aufgerüstet werden. Dabei kann nach der Einrichtung direkt und ohne weitere manuelle Eingaben auf dem 'virtuellen' Postscript-Drucker gedruckt werden.

Wie es geht, erklär ich am Beispiel meines HP Laserjet3.

Wie funktionierts?

Es sind drei Software-Pakete nötig:

  • gs312all.zip oder gs312os2.zip
  • gs312ini.zip
  • printmon.zip

    In gs*.zip sind die erforderlichen Dateien für den RasterImageProcessor (RIP) Ghostscript von Peter Deutsch. Dabei kann entweder gs312all.zip oder gs312os2.zip installiert werden. gs312ini.zip wird auf jeden Fall benötigt.

    Ghostscript eignet sich auch um EPS-Dateien darzustellen, und kann im WebExplorer als Viewer für PS- und EPS-Dateien eingebunden werden. Um das Handling zu erleichtern liegt ein Ghostviewer dabei, gvpm.exe. Für unseren Zweck ist es allerdings uninteressant.

    In printmon.zip findet man u.a. das Programm printmon.exe von Kai Uwe Rommel. Und darauf kommt es an. printmon.exe macht nichts Anderes, als an einem Druckerport zu lauschen, und wenn da Daten ankommen, werden sie umgeleitet. Die Daten können in ein Programm umgeleitet werden, und genau das passiert, z.B. in den RIP. Wer sich mit TCP/IP und dem LPRMON befasst hat, kennt das Prinzip. Durch Lauschen an LPT2 werden alle Daten, die an LPT2 geschickt werden von printmon.exe an Ghostscript weitergereicht, das die Daten verarbeitet, und an LPT1 ausgibt. Die Initialisierung übernimmt gsmon.cmd. Ein einfaches Prinzip - Postscript-Druckausgabe auf LPT2 wird durch den RIP geschickt, der macht eine Grafik draus und druckt sie auf LPT1. Einfacher: Nach der Installation steht an LPT2 scheinbar ein Postscriptdrucker zur Verfügung.

    Installation

    Die Dateien gs312*.zip entzippen sich selbst in die Unterverzeichnisse \gs3.12\*. Aus printmon.zip werden nur die Dateien gsmon.cmd und printmon.exe benötigt. Der Einfachheit halber werden sie in das gleiche Verzeichnis entpackt.

    Im Verzeichnis \gs3.12 stehen jetzt alle nötigen Dateien. Postscript-Fonts stehen gewöhnlich im Verzeichnis \psfonts des Bootlaufwerks. Da diese in mehr oder minder guter Qualität auf CD-ROM's zu haben sind, werden sie hier nicht weiter berücksichtigt.

    gsmon.cmd

    Wesentliche Aufgabe des Scripts ist es, printmon.exe richtig zu initialisieren, und im Hintergrund zu halten.

    ---------------------------------------------------------------------------
    @echo off
    rem how to use the printer device monitor with GS
    setlocal
    set gs_lib=g:/gs3.12;h:/psfonts
    set gs_load=10
    printmon lpt2 "gsos2 -sDEVICE=ljet3 -sOUTPUTFILE=lpt1 -q -"
    endlocal
    ---------------------------------------------------------------------------
    
    gsmon.cmd - Beispiel

    Wichtig sind die Zeilen 4 und 6. In Zeile 4 wird mit 'set gs_lib' der Pfad zum Programm und zu den Fonts angegeben. In Zeile 6 wird printmon.exe mit den Parametern gestartet.

    Der erste Parameter für printmon.exe ist die Druckerschnittstelle an der es zu 'lauschen' hat - hier LPT2. Wer an LPT2 schon ein Ausgabegerät hat, nimmt einfach die nächste freie Schnittstelle. Der zweite Parameter gibt das Ziel der Umleitung an. Sinnigerweise wird hier der Software Postscript Interpreter Ghostscript mitsamt seinen Startparametern angegeben. Zuerst wird das Ausgabegerät angegeben. Im Beispiel ist es der Laserjet 3 (ljet3). Eine Liste der verfügbaren Ausgabegeräte erhät man in Ghosscript auf folgende Weise:

    ------------------------------------------------------------------------
    [G:\gs3.12]gsos2
    Aladdin Ghostscript 3.12 (9/29/1994)
    Copyright (C) 1994 Aladdin Enterprises, Menlo Park, CA.  All rights reserved.
    This software comes with NO WARRANTY: see the file PUBLIC for details.
    GS>devicenames
    GS1>==
    [/os2pm /sxlcrt /ap3250 /appledmp /bj10e /bj200 /cdeskjet /cdjcolor /cdjmono /cd
    j500 /cdj550 /cp50 /declj250 /deskjet /djet500 /djet500c /dnj650c /epson /eps9mi
    d /eps9high /epsonc /ibmpro /imagen /iwhi /iwlo /jetp3852 /laserjet /la50 /la70
    /la75 /la75plus /lbp8 /lips3 /ln03 /lj250 /ljet2p /ljet3 /ljet4 /lj4dith /ljetpl
    us /lp2563 /m8510 /necp6 /oki182 /paintjet /pj /pjxl /pjxl300 /r4081 /sj48 /st80
    0 /t4693d2 /t4693d4 /t4693d8 /tek4696 /xes /faxg3 /faxg32d /faxg4 /tiffg3 /tiffg
    32d /tiffg4 /bit /bitrgb /bitcmyk /bmpmono /bmp16 /bmp256 /bmp16m /cif /gifmono
    /gif8 /pcxmono /pcxgray /pcx16 /pcx256 /pcx24b /psmono /pbm /pbmraw /pgm /pgmraw
     /ppm /ppmraw]
    ----------------------------------------------------------------------------
    
    Unterstützte Drucker (und Grafikformate) in Ghostscript

    Der zweite für Ghostscript wichtige Parameter ist das Ausgabeziel. Hier wird lpt1 angegeben, oder die Schnittstelle an der sich der Drucker sonst befindet. Schließlich noch die Parameter '-q' , damit es nicht nach jeder Seite eine Pause gibt und '-' damit Ghostscript nach der Arbeit beendet wird.

    Erzeugen eines Druckerobjekts und Warteschlange

    Am einfachsten geht es, einen Postscript-Drucker nachzuinstallieren. Ein neues Druckerobjekt wird erstellt, das den physikalischen Namen 'Postcri' zugewiesen bekommt. Als 'Ausgabe' wird die Druckerschnittstelle zugewiesen, an der später printmon.exe lauscht. Im Beispiel ist es dann natürlich LPT2. Wichtig ist es, zumindest beim Postscript-Druckertreiber von HP unter die 'Optionen' unter 'Jobmerkmale' aufzurufen. Dort darf 'Geladene Schriftarten angeben' nicht markiert sein.

    Jetzt kann in einer OS/2-Textverarbeitung wie 'Works' oder 'Starwriter' als Standarddrucker der Postscriptdrucker an LPT2 gewählt werden. Im Schriftmenü der Programme stehen alle Postscriptfonts zur Verfügung, die in \psfonts zu finden sind.

    Drucken mit Postscript

    Bevor jetzt gedruckt werden kann, muß gsmon.cmd aufgerufen werden. Dadurch wird printmon.exe aktiviert und lauscht an LPT2. Ein Ausdruck einer mit Postscriptfonts versehenen Datei über den Postscriptdrucker an LPT2 sollte auf dem Drucker an LPT1 mit allen Postscript-Feinheiten ausgegeben werden. Arbeitet man häufiger mit dem 'neuen' Drucker sollte man eine Referenz von gsmon.cmd im Startup-Ordner erstellen, damit der neue Drucker gleich beim Start aktiviert wird.

    Die Geschwindigkeit dieses Postscript-Druckers ist bei einem mittelmäßig ausgestatteten OS/2-Rechner akzeptabel. Für das gesparte Geld kann man sich auch einen neuen Prozessor einbauen, der dann kaum langsamer ist als ein Postscriptdrucker, und dem ganzen System zugute kommt. Allerdings ist bei komplexen Dateien ein ausreichender Speicher beim HP Laserjet 3 nötig.


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