Wird die Arbeiterbewegung der usa gleich Phoenix aus der Asche steigen?

Das Schicksal der Landarbeitergewerkschaften in den 80er Jahren steht exemplarisch für das Schicksal der gesamten organisierten Arbeiterbewegung. Hart erkämpfte Besitzstände wurden ausgehöhlt oder gänzlich abgebaut, und der gewerkschaftliche Organisationsgrad ist rapide gefallen.

Als größte Zielscheibe im Bereich der landwirtschaftlichen Produktion hat es die ufw besonders hart getroffen. Aber durchaus ähnlich den 'Teamsters für eine demokratische Gewerkschaft' und ähnlich rebellischen Kräften in anderen Industrien, haben das floc und einige jüngere Gewerkschaften neue Strategien entwickelt, die in den 90er Jahren Früchte tragen könnten.

Es gibt Anzeichen dafür, daß die Arbeiterbewegung aus ihrem Trübsal erwacht und eine neue Kadergeneration kreativ über eine grenzüberschreitende Organisierung nachdenkt; obwohl die internationale Tendenz hin zu den freien Märkten wie nafta und gatt die ArbeiterInnen der verschiedenen Länder zunehmend gegeneinander ausspielt.

Die nafta kann also von zwei Seiten betrachtet werden: zum einen als harter Schlag gegen die ArbeiterInnen in den usa und Mexiko, aber auch als ein Wendepunkt zur Reaktivierung der Arbeiterbewegung. Die ufw zeigt neue Lebenszeichen, und das floc und andere regionale Gewerkschaften intensivieren ihre Organisierungsbemühungen. Die amerikanische Öffentlichkeit könnte das fehlende Teil des Puzzles sein, eine amerikanische Öffentlichkeit, die sensibel ist für die Notlage der ImmigrantInnen der 90er Jahre, also in etwa so, wie dies während des Traubenboykott's in den 70er Jahren gewesen ist. So könnte sie die Seite eines Dreiecks bilden, dessen Basis die Solidarität zwischen den organisierten ArbeiterInnen auf beiden Seiten der Grenze sein wird.


Inhaltsverzeichnis

Zurück