In den 80er Jahre errangen die unabhängigen Arbeitsvermittler eine Schlüsselrolle in der Landwirtschaft. Diese Vermittler, die von den Pflanzern angeworben werden, um ArbeiterInnen aufzutreiben und auf die Felder zu bringen, haben seit langem den Ruf, die LandarbeiterInnen schlecht zu behandeln und sie um einen Teil ihres Lohnes zu betrügen. Aufgabe der Vermittler ist es, die groáen Pflanzer vor Aktionen der ArbeiterInnen und vor gerichtlichen Klagen zu schützen, indem sie diese von der direkten Anstellung von ArbeiterInnen befreien. Sollen Gerichtsurteile gegen Arbeitsvermittler gefällt werden, verschwinden diese häufig oder melden Konkurs an, um kurze Zeit später unter anderem Namen wieder aufzutauchen. (A Growing Influence, Fred Alvarez. Los Angeles Times, 10.17.93.)
Das System der Arbeitsvermittlung ist im Moment das Haupthindernis, um die Bedingungen der LandarbeiterInnen zu verbessern. Die Vermittler zahlen weniger als die Pflanzer, bieten geringere Sozialleistungen und eine geringere Sicherheit der Arbeitsplätze. Bei den Beschäftigten der Arbeitsvermittler finden sich häufiger Fälle von Armut als unter den ArbeiterInnen, die direkt bei den Pflanzern beschäftigt sind (71 zu 56 Prozent). Die über Arbeitsvermittler angeworbenen ArbeiterInnen bilden mittlerweile 28 Prozent der eingewanderten ArbeiterInnen. (US Farmworkers in the Post-IRCA Period) Eine Hauptforderung der Arbeiterbewegung sind deshalb Gesetze, die die Pflanzer für die ArbeiterInnen gesetzlich belangbar machen, egal ob diese Arbeitsvermittler benutzen oder nicht.